Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert mit der Richtlinie „Erkennung, Abwehr und Bewältigung hybrider Bedrohungen“ interdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Stärkung der Resilienz von Staat, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Gefördert werden praxisnahe Verbundvorhaben sowie ein wissenschaftliches Begleitvorhaben, die neue Konzepte, Methoden und Technologien zur Prävention, frühzeitigen Erkennung, Analyse, Abwehr und Bewältigung hybrider Bedrohungen entwickeln.
Wer wird gefördert?
- Anwender
- Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft
- Hochschulen
- Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen
- Behörden und deren Forschungseinrichtungen
- Vergleichbare Institutionen
Als Anwender gelten insbesondere:
- Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie Hilfsorganisationen
- Betreiber kritischer Infrastrukturen
- Gebietskörperschaften
- Relevante zivilgesellschaftliche Organisationen
- Unternehmen der Sicherheitswirtschaft und -industrie
Darüber hinaus können auch weitere Unternehmen und Organisationen, zum Beispiel aus der Medien- und Kommunikationsbranche, eingebunden werden.
Im Regelfall sind Verbundvorhaben vorgesehen. Das wissenschaftliche Begleitvorhaben kann auch als Einzelvorhaben durchgeführt werden.
Was wird gefördert?
Gefördert werden Forschungsvorhaben sowie ein wissenschaftliches Begleitvorhaben.
Zu den förderfähigen Forschungsvorhaben gehören insbesondere:
- Prävention, Erkennung und Analyse hybrider Bedrohungen
- Analyse der Auswirkungen und Folgen hybrider Bedrohungen
- Abschreckung, Abwehr und Bewältigung hybrider Bedrohungen
- Aufbau struktureller Resilienz
- Risiko- und Krisenkommunikation
- Datenaustausch in hybriden Bedrohungslagen
Im Mittelpunkt stehen unter anderem folgende Themen:
- Entwicklung von Methoden zur frühzeitigen Erkennung hybrider Bedrohungen
- Analyse technischer und organisatorischer Vulnerabilitäten
- Entwicklung von Frühwarnsystemen, Simulationsmodellen und Risikoprofilen
- Untersuchung von Desinformationskampagnen, Sabotageakten und Angriffen auf Kritische Infrastrukturen
- Entwicklung technischer und organisatorischer Lösungen zur Abwehrfähigkeit und Resilienzsteigerung
- Maßnahmen zur Krisenkommunikation, zum Informationsaustausch und zum Aufbau sicherer Datenräume
- Analyse von Potenzialen und Risiken neuer Technologien, insbesondere Künstlicher Intelligenz, Deepfakes und manipulierter Inhalte
- Entwicklung von Leitfäden, Handlungsempfehlungen, Schulungsansätzen und technologischen Lösungen für die Praxis
Das BMFTR fördert außerdem ein wissenschaftliches Begleitvorhaben, das insbesondere folgende Aufgaben übernimmt:
- Vernetzung der geförderten Vorhaben untereinander und mit thematisch verwandten Projekten
- Entwicklung einer Kommunikationsstrategie
- Aufbereitung der Ergebnisse für unterschiedliche Zielgruppen
- Durchführung partizipativer Formate zum Thema hybride Bedrohungen
- Etablierung eines Wissensmanagements
- Bewertung der Fördermaßnahme hinsichtlich Zielerreichung und Wirkung
Die Forschungsvorhaben sind auf 3 Jahre angelegt. Das wissenschaftliche Begleitvorhaben ist auf 4 Jahre angelegt.
Wie wird gefördert?
- Nicht rückzahlbarer Zuschuss i.d.R. bis zu 50 % bei Unternehmen
- KMU: Zuschläge im Rahmen des KMU-Bonus möglich
- Hochschulen und Forschungseinrichtungen: bei nichtwirtschaftlichen Vorhaben bis zu 100 %
- Hochschulen und Universitätskliniken: zusätzlich 20 % Projektpauschale bei nichtwirtschaftlichen Forschungsvorhaben
- Behörden auf Bundes- und Landesebene sowie vergleichbare Institutionen: projektbezogene Ausgaben bis zu 100 %
- Förderfähig sind auch Aufwendungen für Wissenschaftskommunikation und für Maßnahmen zur Sichtbarkeit und Anschlussfähigkeit der Ergebnisse
Förderprogramm
Richtlinie zur Förderung von Projekten zum Thema „Erkennung, Abwehr und Bewältigung hybrider Bedrohungen“ im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit – Gemeinsam für ein sicheres Leben in einer resilienten Gesellschaft“ der Bundesregierung
Fördermittelberatung durch unser Team der Subventa GmbH
Bild von Andrii Yalanskyi